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Kleidung in der Bibel (Artikelserie)

Darstellung der Kleidung des Hohenpriesters

Kleidung von Menschen wird in der Bibel nicht entsprechend einem Katalog mit Positivbeispielen und Negativbeispielen abgehandelt. Es gibt auch kein Verzeichnis über Erlaubtes und Unerlaubtes. Gott hat es gefallen, mehr durch Berichte und Lebensbilder zu uns Menschen zu sprechen, damit wir den Praxisbezug erkennen und es auch Auswirkungen auf unser Leben hat. In dieser Artikelserie möchte ich möglichst umfassend die Passagen aus Gottes Wort sammeln, die uns etwas darüber vermitteln möchten, wie Gottes Wille in Bezug auf unsere Kleidung aussieht.

Wie Kleidung in unser Leben kam (1 Mose 3,6-21)

Gott hatte Adam und Eva gemacht und zwar ohne Kleidung. Nachdem die beiden von der Frucht des Baumes der Erkenntnis gegessen hatten, wurde ihnen bewusst, dass sie nackt waren und sie schämten sich. Sie versuchten, diese Nackheit mit Schurzen aus Feigenblättern zu verdecken. Das bedeutet, dass sie die größte Scham im Bereich der Geschlechtsorgane empfanden.

1 Mose 3:7 Da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, und sie erkannten, daß sie nackt waren; und sie banden sich Feigenblätter um und machten sich Schurze.

Obwohl sie also selbst bereits versucht hatten, sich eine Art von Kleidung zu machen, verstecken sie sich dennoch vor Gott und begründen das damit, dass sie nackt sind. Durch die Erkenntnis empfanden sie sich also trotz ihrer Feigenblätterschurze als nackt.

1 Mose 3:10 Und er antwortete: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt; darum habe ich mich verborgen!

Bis hierher können wir für uns folgendes daraus lernen:

  1. Die Erkenntnis des Guten und Bösen lässt einen Menschen erkennen, dass er nackt ist. Wenn wir uns also im Licht Gottes erkennen und sehen, werden wir erkennen, dass wir nackt sind. Das hat zum einen eine geistliche, innere Seite. Wir sind völlig mittellos vor Gott und Er weiß alles über uns. Und es hat eine praktische, sichtbare Seite: Wir beginnen zu verstehen, was Nacktheit in den Augen Gottes ist.
  2. Wenn wir versuchen, uns unsere eigenen Kleider zu machen, werden wir immer noch nackt sein. Die geistliche Seite ist hier, dass wir unsere leeren Hände vor Gott nicht mit Fleiß und Anstrengung füllen können. Es wird alles wie nichts sein. Wir werden genauso leer dastehen, wie die „Kleider“ aus Feigenblättern keine wirklichen Kleider waren.
  3. Die praktische Seite für die Auswahl unserer eigenen Kleider besteht in der Erkenntnis, dass nicht jedes Kleidungsstück unsere Nacktheit bedeckt.

Wie geht Gott mit unserer Nacktheit um?

1 Mose 3:21 Und Gott der JHWH machte Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie.

Gott selbst war es, der uns Menschen unsere ersten richtigen Kleider machte. Er akzeptierte die Feigenblätterschurze nicht. Sie waren in Seinen Augen keine ausreichende Kleidung. Gott selbst war es auch, der hierfür die ersten Tiere schlachtete, denn das Fell musste irgendwo herkommen.

Auf bildlichen Darstellungen Adams und Evas werden die beiden oft in recht knappen Fellkleidchen dargestellt. Das widerspricht leider völlig dem biblischen Zeugnis. Denn das mit „Kleidung“ übersetzte hebräische Wort bezeichnet ein langes, würdevolles Gewand. Das selbe hebräische Wort wird verwendet für das Gewand, das Jakob seinem Sohn Joseph schenkt, ein Teil der Priesterkleider wird mit diesem Wort bezeichnet und auch das Gewand der jungfräulichen Töchter Davids, also das Gewand Tamars (2 Samuel 13:18-19), wurde mit diesem Begriff bezeichnet. Nach ihrer Vergewaltigung durch Amnon zeriss sie dieses Kleid, weil sie entehrt war.

Darstellung der Kleidung des Hohenpriesters
Darstellung der Kleidung des Hohenpriesters

In Esra 2:69 wird das Wort mit „Priestergewänder“ übersetzt, genauso wie in Nehemia 7:69.

Wir können also daraus lernen, dass die Kleidung, die Gott Adam und Eva machte, nicht irgendeine Kleidung war, sondern eine würdevolle und umfassend die Nacktheit bedeckende. Denn beim Hohenpriester durfte z.B. nicht einmal Haut sichtbar sein, wenn er die Stufen zum Altar hochstieg. Wir können daraus aber auch lernen, dass es keine besonders edle Kleidung war, denn das Fell von Tieren ist eher rau und einfach, wenn es nicht in umfassenden Arbeitsprozessen immer edler gemacht wird. Bei Johannes dem Täufer ist es ein Zeichen seines einfachen Lebens, dass er Fellkleidung trägt.

Wenn Gott selbst es ist, der uns Menschen unsere ersten Kleider gemacht hat, dann ist das für uns ein deutliches Zeichen, dass es Ihm wichtig ist, was wir tragen.

 

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